Das Laufen gehört zu den beliebtesten Sportarten Deutschlands. So bewegt sich jeder dritte Deutsche regelmäßig laufend an der frischen Luft und auch bei Wettbewerben, Veranstaltungen und Laufevents gibt es immer mehr Teilnehmer. Etwa 3.500 solcher Veranstaltungen finden jährlich statt und ziehen damit über zwei Millionen Teilnehmer an. Dabei hat sich die Zahl an organisierten Marathonläufen seit der Jahrtausendwende verdoppelt. So ist der Marathon in Berlin bereits auf 36.000 Teilnehmern angeschwollen, was den Marathon zum größten Deutschlands macht. An zweiter Stelle liegt Hamburg, dessen Marathon immerhin um die 15.000 Läufer hat, gefolgt vom Frankfurt Marathon. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist begeistert ob der großen Leidenschaft seiner Sportler.

Die sportliche Leidenschaft kennt kaum Grenzen und so freut sich auch die Wirtschaft über den Lauftrend. Das Laufen, insbesondere der Marathon, ist zu einem wahren Wirtschaftsmotor geworden. Nicht nur präsentieren und verkaufen die Unternehmen entlang der Strecke ihre Produkte, sie bringen auch zahlreiche Übernachtungsgäste und Touristen in die Stadt, sorgen für Aufmerksamkeit und umweltfreundliche Publicity. So beteiligen sich die großen deutschen Städte nur zu gern an diesem Trend, sperren Straßen und stellen den Läufern urbanen Raum zur Verfügung.

Wie schon im alten Griechenland weiß man um die große Fähigkeit des Sports, Menschen friedlich miteinander zu verbinden, die Völkerverständigung zu fördern, sich mit gesundem Ansporn und Ehrgeiz, aber auf der Grundlage eines gesunden Teamgeistes, zu messen. Das Laufen ist weder elitär noch in Zeit und Raum eingeschränkt. Es ist jedem zugänglich, es kann überall und jederzeit ausgeübt werden. Es braucht kein Geld, in den ältesten Schuhen lässt sich laufen, notfalls sogar barfuss. Das Laufen ist ein fairer Sport und eine der ersten Sportarten, die bei den Olympischen Spielen ausgetragen wurde.

Während die Winterolympiade erst seit 1924 ausgetragen wird, sind die Olympischen Sommerspiele schon seit 1894 nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr wurden die Spiele neu aufgelegt, Bezug nehmend auf die antiken Festspiele in Olympia. Die ersten Veranstaltungen des Laufsports, die man dank Vasenbildern historisch belegen kann, fanden im antiken Griechenland statt. Hieran lässt sich auch der Stil beim Sprint ablesen, bei dem man damals schwungvoll weit mit den Armen ausholte. Auf lange Strecken lief man wohl ähnlich wie heute, den Marathonlauf gab es in der Antike aber noch nicht. Diese Disziplin wurde 1896 bei den ersten Olympischen Spielen unter dem Titel Marathon eingeführt.

Eine Erfindung der Neuzeit sind Langzeitläufe, die über in der Länge festgelegte Strecken gehen, wie beispielsweise die 100 km Läufe, oder aber Läufe welche ihren eigenen Regeln folgen, die sich aufgrund des Streckenparcours ergeben. Aufgrund einer festgelegten Distanz, wie dem 100 Kilometer Lauf, lässt sich international vergleichen und der verzeichnete Rekord liegt bei 6 Stunden und 13 Minuten. Diese Art des Laufs kann in Form von 5 oder 10 Kilometer-Bahnumrundungen stattfinden, oder aber über einen Rundweg führen und als Landschaftslauf oder Trailrun organisiert sein.

Als sogenannter „Ultramarathon“ wird alles bezeichnet, was die für den Marathon festgesetzte Distanz von 42,195 Kilometern übersteigt. Der Ultramarathon kennt kaum eine Grenze. Bei 50 Grad Celsius durch die kalifornische Wüste, bei etlichen Minusgraden durch den Yukon oder im Himalaya mehrere Pässe überwinden: diese Art Sportveranstaltungen ist den Hartgesottenen vorbehalten.

Aber warum überhaupt in die Ferne schweifen und nicht die Chance nutzen, Deutschland per pedes kennenzulernen? Von Nord nach Süd lassen sich beim längsten Etappenlauf Deutschlands, dem „Deutschlandlauf“ auf 19 Etappen und Tage verteilt ganze 1.300 Kilometer zwischen Sylt und Zugspitze ablaufen und genießen. Es gibt viele Ziele beim Laufen, hochgesteckte und kleinere: wichtig sind die regelmäßigen Schritte dorthin.